| 10. März 2011
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Mensch und Pferd
Mitarbeiter „Pferd“
Wie Sie mit Pferden das Führen Ihrer Mitarbeiter trainieren
Der Schnuppertag zum Persönlichkeitstraining mit Pferden stand diesmal unter einem besonderen Motto: Erfolgreich führen im Unternehmen. Da wurde die Pferdeherde zur „Belegschaft“ und die einzelnen Pferde verwandelten sich zu mehr oder weniger motivierten „Mitarbeitern“ des Unternehmens. Natürlich gab es auch Aufgaben und Ziele – die Pferde zu einem bestimmten Punkt hin zu führen, vorbei an einladenden Ablenkungen (z. B. in Form anderer Pferde oder Futter), über Hindernisse und durch Engpässe.
So weit das Setting. Doch wie überzeugt man nun die Mitarbeiter, die gestellten Aufgaben zu erfüllen?
Kennenlernen der "Mitarbeiter"
Die erste Aufgabe der „Chefs“ bestand darin, sich die Mitarbeiter einmal genauer anzuschauen um herauszufinden, mit wem sie es eigentlich zu tun haben. Welche „Sprache“ sprechen meine Mitarbeiter? Wie kommunzieren sie untereinander?
Nach kurzer Beobachtung der entspannten Pferdeherde gab es schon die erste Erkenntnis: Die Pferde sind zwar neugierig, wenn wir uns zu ihnen begeben, kommen aber in ihrer Umgebung ganz gut ohne uns klar. Sie verständigen sich untereinander mit feinsten Signalen, nehmen alle Geräusche und Bewegungen wahr und können blitzschnell darauf reagieren.
Das sind wertvolle Fähigkeiten unserer „tierischen Mitarbeiter“, die wir auch beim gemeinsamen Bewältigen einer Aufgabe nutzen können. So ist es z.B. nicht nötig, ihnen zu zeigen, WIE sie laufen sollen, sondern nur Signale zu geben, WOHIN sie laufen sollen.
Führen will gelernt sein
Gesagt, getan – in den praktischen Führübungen zeigten die Pferde ihren „Chefs“ dann schnell, auf welches Führverhalten sie willig und motiviert folgen.
Da war die aufgeweckte Stute, die sich von den Pferden auf der Nachbarweide gern ablenken ließ. Sie blieb mit erhobenem Kopf stehen und beachtete ihre „Chefin“ Claudia nicht mehr. Was tun? Mit bloßem Ziehen am Strick bewegen sich keine 500kg Pferd …
In dieser Situation gilt es, sich selbst wieder klar auf das Ziel auszurichten, die Aufmerksamkeit des Pferdes zurückzuholen und vertrauensvoll loszulaufen. Und prompt lief die Stute wieder am langen Führstrick mit und war bei ihrer „Chefin“ und der gestellten Aufgabe. Bei der nächsten Runde achtete Claudia darauf, wann die Stute ihre Aufmerksamkeit zu den anderen Pferden richtete. Sie reagierte sofort mit leisem „Klingeln“ am Seil, so dass beide diesmal ohne Unterbrechung zu ihrem Ziel laufen konnten.
Wie motiviere ich meine Mitarbeiter?
Ulrich hatte einen ganz anderen Mitarbeiter, einen gesetzten „älteren Herr“, der in mäßigem Tempo hinter seinem „Chef“ herlief. Ihn zu einem flotteren Tempo zu motivieren, war eine echte Herausforderung.
Ulrich probierte, am Strick zu ziehen, doch dadurch wurde sein Pferd nur noch langsamer und lustloser. Besser funktionierte es schon, ihm eine interessante Aufgabe zu geben – z. B. über ein paar Stangen oder um die Kegel herum. Doch am besten lief der Wallach mit seinem „Chef“ mit, als dieser seine eigene Begeisterung für die Aufgabe ankurbelte und voller Energie strotzend voran lief. Dieser Motivationsschub wirkte selbst bei unserem trägen Mitarbeiter! Mit ein bisschen Unterstützung schafften die beiden dann sogar einen schönen Trab. Wunderbar!
Am Ende des Schnuppertages waren sich alle einig:
Pferde sind tolle „Mitarbeiter“ und zeigen ehrlich und geduldig, was gutes Führen ist. Die Übungen mit den tierischen Mitarbeitern haben viel Freude gemacht und tolle Erkenntnisse gebracht - so macht lebendiges Lernen Spaß!




